Wire­card AG – Op­fer oder Tä­ter?

Ba­Fin er­lässt All­ge­mein­ver­fü­gung zum Ver­bot der Be­grün­dung und der Ver­grö­ße­rung von Netto-​Leerverkaufspositionen

Der Ak­ti­en­kurs der Wire­card AG… be­fin­det sich in ei­ner Berg- und Tal­fahrt. Der Zah­lungs­dienst­leis­ter aus Asch­heim bei Mün­chen wuchs bin­nen we­ni­ger Jahre von ei­nem Start-​up zu ei­nem Fintech-​Konzern mit Mil­li­ar­den­um­satz. Seit 2015 hat sich der Wert der Ak­tie fast ver­drei­facht, und Wire­card ver­drängte die Com­merz­bank aus dem Dax.

An­ge­sichts schwer­wie­gen­der Vor­würfe der bri­ti­schen Fi­nan­cial Times war der Kurs der Ak­tie in den ver­gan­ge­nen Wo­chen un­ter mas­si­ven Druck ge­ra­ten. Die Fi­nan­cial Times wirft dem Un­ter­neh­men Kon­to­ma­ni­pu­la­tio­nen und Do­ku­men­ten­fäl­schun­gen vor, die bei ei­ner Toch­ter der Wire­card AG in Sin­ga­pur be­gan­gen wor­den sein sol­len. Nach ei­nem wei­te­ren Be­richt der Fi­nan­cial Times soll eine An­walts­kanz­lei das Ma­nage­ment über Fälle von Buch­hal­tungs­be­trug un­ter­rich­tet ha­ben. Diese Vor­würfe wie­gen schwer. Wire­card be­strei­tet die Vor­würfe und er­stat­tete Straf­an­zeige ge­gen Un­be­kannt we­gen Markt­ma­ni­pu­la­tion. Die Staats­an­walt­schaft Mün­chen er­mit­telt ge­gen Un­be­kannt we­gen Markt­ma­ni­pu­la­tion.

Für die jüngs­ten Er­eig­nisse gibt es nur zwei Er­klä­run­gen: Ent­we­der das Un­ter­neh­men hat sich tat­säch­lich un­sau­ber ver­hal­ten und ge­trickst, oder aber das Un­ter­neh­men ist – er­neut – zum Op­fer von Markt­ma­ni­pu­la­tio­nen ge­wor­den.

Die Bun­des­an­stalt für Fi­nanz­dienst­leis­tungs­auf­sicht (Ba­Fin) geht von Letz­te­rem aus und er­ließ heute eine All­ge­mein­ver­fü­gung, wo­nach Netto-​Leerverkaufspositionen in Ak­tien der Wire­card ver­bo­ten wer­den.

Dr. Wolf­gang Schirp: „Es ist gut und rich­tig, dass die Ba­Fin so schnell und ent­schlos­sen ge­gen die star­ken Kurs­aus­schläge bei Wire­card AG vor­geht. Noch dring­li­cher ist es aber, dass die be­haup­te­ten Vor­würfe un­ter­sucht und bald­mög­lichst auf­ge­klärt wer­den. Die Ba­Fin be­grün­det ihre Ver­fü­gung mit der Er­for­der­lich­keit, der Be­dro­hung der der Fi­nanz­märkte zu be­geg­nen. Hierzu ge­hört un­se­res Er­ach­tens aber auch, dass den Vor­wür­fen an­ge­mes­sen nach­ge­gan­gen wird.“

Wire­card ist nicht zum ers­ten Mal Ge­gen­stand schwe­rer An­schul­di­gun­gen. In den Jah­ren 2008 und 2016 wur­den Vor­würfe ge­gen das Un­ter­neh­men er­ho­ben, die eben­falls als sog. Short-​Attacken ein­ge­ord­net wur­den, da Leer­ver­käu­fer durch ent­spre­chende Po­si­tio­nen pro­fi­tiert hat­ten. Die Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den und die Ba­Fin un­ter­such­ten diese Vor­gänge eben­falls we­gen Markt­ma­ni­pu­la­tion und die Staats­an­walt­schaft er­lie­ßen Ende 2018 Straf­be­fehle ge­gen Ver­fas­ser ei­ner im In­ter­net un­ter dem Na­men Za­tarra ver­brei­te­ten Ana­lyse über Wire­card.

Dr. Su­sanne Schmidt-​Morsbach: „Wir kön­nen zur Zeit noch nicht be­ur­tei­len, ob die wie­der­keh­ren­den Vor­würfe ge­gen die Wire­card AG be­rech­tigt sind. In die­sem Fall hät­ten die Ak­tio­näre Scha­den­er­satz­an­sprü­che ge­gen die Wire­card AG. In­ter­es­sen­ten kön­nen sich bei uns mel­den. Wir be­ob­ach­ten den Markt!“

Für even­tu­elle Rück­fra­gen steht Ih­nen gerne zur Ver­fü­gung:

Dr. Wolf­gang Schirp, Rechts­an­walt und Fach­an­walt für Bank- und Ka­pi­tal­markt­recht, Schirp & Part­ner Rechts­an­wälte mbB, Leip­zi­ger Platz 9, 10117 Ber­lin, Tel. 030-3276170, mail: schirp@​schirp.​com;

Dr. Su­sanne Schmidt-​Morsbach, Rechts­an­wäl­tin und Fach­an­wäl­tin für Handels- und Ge­sell­schafts­recht und Fach­an­wäl­tin für Bank- und Ka­pi­tal­markt­recht, Schirp & Part­ner Rechts­an­wälte mbB, Leip­zi­ger Platz 9, 10117 Ber­lin, Tel. 030-3276170, mail: schmidt-​morsbach@​ssma.​de

Copyright © Schirp & Partner Rechtsanwälte | Impressum | Datenschutzerklärung
Zum Seitenanfang