Aquila Wald­IN­VEST III

Die WaldINVEST-​Fonds des Emis­si­ons­hau­ses Aquila ha­ben sich im ver­gan­ge­nen Jahr noch wei­ter von den Pro­spekt­pro­gno­sen ent­fernt. Geld soll jetzt über­haupt erst mit dem Ver­kauf zu­rück­flie­ßen, beim Aquila Wald­IN­VEST III ha­ben die An­le­ger bis­her noch gar nichts er­hal­ten. Die Ge­schäfts­füh­rung geht selbst be­reits von ei­nem teil­wei­sen Ka­pi­tal­ver­lust aus.

Der Pro­spekt hatte ur­sprüng­lich mit ei­nem pro­gnos­ti­zier­ten Ge­samt­mit­tel­rück­fluss bis zum Jahr 2024 von ca. 315 % des Ei­gen­ka­pi­tals ge­wor­ben. Im Ge­schäfts­be­richt 2015 wa­ren es nur noch ins­ge­samt 94,88 %. Bis­lang er­folg­ten le­dig­lich 11 % Aus­schüt­tun­gen. Auch für die nächs­ten Jahre ist auf­grund der schlech­ten Per­for­mance keine Bes­se­rung in Sicht und es sieht nicht da­nach aus, dass sich der Ka­pi­tal­ver­lust in den pro­gnos­ti­zier­ten Gren­zen hal­ten wird.

Der Grund für das de­sas­tröse wirt­schaft­li­che Er­geb­nis dürfte nicht nur in den schwie­ri­gen ört­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten zu su­chen sein, son­dern liegt in ei­ner Reihe er­heb­li­cher Pro­spekt­feh­ler.

Der Pro­spekt sug­ge­riert wirt­schaft­li­che Per­spek­ti­ven, die bei Pro­spekt­her­aus­gabe schlicht nicht vor­han­den wa­ren. Der Pro­spekt wirbt mit un­rea­lis­ti­schen Ver­mark­tungs­zie­len, ver­schlei­ert Anbau- und Ern­te­ri­si­ken, klärt den An­le­ger nicht über Ri­si­ken durch ört­li­che Be­hör­den auf, ver­schweigt welt­weit sta­gnie­rende und gar fal­lende Holz­preise. Zu­dem stellt der Pro­spekt die Emit­ten­tin und die we­sent­li­che Ver­trags­part­ne­rin, die IWC, fälsch­li­cher­weise als er­fah­ren im Be­reich des Holz­mark­tes in Bra­si­lien dar und ver­schweigt, dass auch Dritte be­reits ne­ga­tive Er­fah­run­gen mit Hol­zin­vest­ments in Bra­si­lien sam­meln muss­ten.

Der ge­schlos­sene Fonds Aquila Wald­IN­VEST III wurde 2007 auf­ge­legt. Da der Forstwirtschafts-​Neuling Aquila selbst nicht über die not­wen­dige Er­fah­rung in der An­la­ge­klasse Forst­wirt­schaft ver­fügte, tat er sich mit dem Part­ner In­ter­na­tio­nal Wood­land Com­pany (IWC) als Fonds­ma­na­ger zu­sam­men. Doch auch der große eu­ro­päi­sche Forst­be­trei­ber IWC mit Sitz in Ko­pen­ha­gen ver­fügte bis dato le­dig­lich über Er­fah­run­gen in Eu­ropa, den USA, Neu­see­land und Aus­tra­lien, nicht aber über prak­ti­sche Er­fah­run­gen in po­li­tisch, wirt­schaft­lich und kli­ma­tisch in­sta­bi­le­ren Län­dern Süd­ame­ri­kas – wie Bra­si­lien.

An­le­ger des Aquila Wald­IN­VEST III, die den Ka­pi­tal­ver­lust nicht hin­neh­men wol­len, kön­nen auf­grund der Pro­spekt­feh­ler Scha­dens­er­satz­an­sprü­che ge­gen die Pro­spekt­ver­ant­wort­li­chen gel­tend ma­chen. Ge­schä­digte An­le­ger soll­ten da­bei be­ach­ten, dass auch hier­für eine Ver­jäh­rungs­frist von zehn Jah­ren gilt. Bitte wen­den Sie sich mit Ih­ren Fra­gen an Rechts­an­wäl­tin Antje Radtke-​Rieger.

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