Scholz-​Anleihe (WKN: A1MLSS): Klä­ger for­dern „Nach­schlag“ von 5.8 Mio. EURO

Die Scholz Hol­ding GmbH, vor­mals Scholz AG – nach wie vor die zen­trale Steue­rungs­ein­heit des Schrott­händ­lers und Me­tall­ver­werters Scholz-​Gruppe – kommt nicht zur Ruhe. An­le­ger, die in den Jah­ren 2012 und 2013 in die 182,5 Mio.-Anleihe des Un­ter­neh­mens in­ves­tiert hat­ten, for­dern ei­nen Nach­schlag von… 5,8 Mio. EURO. Das Thema hat nun­mehr das Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart er­reicht.

Schirp & Part­ner Recht­an­wälte mbB füh­ren Klage beim Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart

Zum Hin­ter­grund: Um ihre Ver­pflich­tun­gen aus der 2012/2013 emit­tier­ten An­leihe los­zu­wer­den, hat die Scholz Hol­ding GmbH im Jahre 2016 in Wien ein Ku­ratel­ver­fah­ren nach ös­ter­rei­chi­schem Recht durch­füh­ren las­sen. Die­ses Ku­ratel­ver­fah­ren führte zu ei­nem zwangs­wei­sen „hair­cut“ (For­de­rungs­ver­zicht der Gläu­bi­ger): Die An­lei­he­gläu­bi­ger muss­ten auf mehr als 90 % der An­leihe und auf die fäl­li­gen Zin­sen ver­zich­ten. Ein schlim­mes Er­geb­nis für die An­le­ger. Bis heute to­ben Scha­dens­er­satz­pro­zesse ge­gen den vor­ma­li­gen Un­ter­neh­mens­pa­tri­ar­chen Berndt-​Ulrich Scholz, ge­gen sei­nen Sohn Oli­ver Scholz und ge­gen die Scholz Hol­ding GmbH. Die Kla­gen stam­men von An­le­gern, die sich bei ih­rem Ein­stieg in die Scholz-​Anleihe arg­lis­tig ge­täuscht füh­len.

Un­ab­hän­gig von die­sen Scha­dens­er­satz­pro­zes­sen hat Scholz mitt­ler­weile an ei­ner zwei­ten Front zu kämp­fen: Im 2016´er Ku­ratel­ver­fah­ren hat die Ku­ra­to­rin (die Wie­ner Rechts­an­wäl­tin Dr. Ulla Reisch) ei­nen Nach­schlag für die An­lei­he­gläu­bi­ger ver­han­delt, der bis­lang nicht zur Aus­zah­lung ge­langt ist. Die­ser Nach­schlag für die An­lei­he­gläu­bi­ger be­lief sich auf ins­ge­samt EUR 5.801.675,-. Der Nach­schlag sollte fäl­lig wer­den, falls die Scholz Hol­ding GmbH im Jahre 2016 oder im Jahre 2017 ein EBITDA in Höhe von 100 Mio. EURO er­rei­chen oder über­schrei­ten würde. Das EBITDA wurde da­bei im Ein­klang mit dem deut­schen HGB de­fi­niert.

Auf­grund der ho­hen For­de­rungs­ver­zichte, die den Gläu­bi­gern im Jahre 2016 ab­ge­nö­tigt wor­den sind (und die nach der EBITDA-​Definition des deut­schen HGB un­ein­ge­schränkt zu be­rück­sich­ti­gen sind), hat die Scholz Hol­ding GmbH im Jahre 2016 ein EBITDA in Höhe von 428,208 Mio. EURO er­reicht. Die Schwelle, ab der der Nach­schlag fäl­lig wird, wurde also um mehr als das Vier­fa­che über­schrit­ten. Der Nach­schlag ist mit­hin fäl­lig ge­wor­den und steht den An­lei­he­gläu­bi­gern zur Zah­lung zu.

Die Scholz Hol­ding GmbH ver­neint je­doch ihre Zah­lungs­pflicht. Mit Hilfe der Wirt­schafts­prü­fungs­firma Pri­ce­wa­ter­house Coo­pers wird der Ver­such un­ter­nom­men, die For­de­rungs­ver­zichte der Gläu­bi­ger vom EBITDA ab­zu­zie­hen und auf diese Weise ein „ad­jus­tier­tes EBITDA“ zu bil­den. Die­ses „ad­jus­tierte EBITDA“ soll dann – nach al­len Ab­zü­gen – bei ./. 60,144 Mio. EURO aus­lau­fen. Auf die­ser Ba­sis ver­tritt die Scholz Hol­ding GmbH die Rechts­auf­fas­sung, den Nach­schlag an die An­lei­he­gläu­bi­ger nicht be­zah­len zu müs­sen. Dies hal­ten eine Reihe von An­le­gern nicht für kor­rekt und bit­ten nun­mehr das Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart um Ent­schei­dung in ih­rem Sinne.

Rechts­an­walt Dr. Wolf­gang Schirp aus Ber­lin, der die An­lei­he­gläu­bi­ger ver­tritt: „Wir wer­ten das Vor­ge­hen der Scholz-​Gruppe als plum­pen Bau­erntrick und als dreis­ten Ver­such, die An­lei­he­gläu­bi­ger um die Aus­zah­lung des Nach­schlags zu brin­gen. Ver­rä­te­risch fin­den wir schon, dass Pri­ce­wa­ter­house Coo­pers selbst von ei­ner „aus Sicht des Un­ter­neh­mens be­stehen­den Re­ge­lungs­lü­cke“ spricht, die durch das „ad­jus­tierte EBITDA“ ge­schlos­sen wer­den solle. Im Grunde liegt darin ein kaum de­mas­kier­ter Ver­such, die An­lei­he­gläu­bi­ger nun auch noch um die im Wie­ner Ku­ratel­ver­fah­ren ver­han­del­ten Bro­sa­men zu brin­gen, die ih­nen über­haupt noch blei­ben. Das wer­den wir nicht hin­neh­men. Un­sere Man­dan­ten be­stehen dar­auf, dass der Nach­schlag aus­be­zahlt wird.

Er­reich­bar für wei­tere Aus­künfte: Rechts­an­walt Dr. Wolf­gang Schirp, Leip­zi­ger Platz 9, D – 10117 Ber­lin, Tel.: 030-3276170 und 0179-5320213, Fax: 030-32761717; mail-​Adresse: schirp@​schirp.​com

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