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Zur Kausalität von Testaten über Jahresabschlüsse für die Entscheidung von Anlegern – am Beispiel Wirecard

ZIP, 2021, 2470-2480 | Verlag Dr. Otto Schmidt, Köln | Kai-Oliver Knops (Autor): Bei klassischen Prospekthaftungs- und Beratungshaftungsfällen hat die Rechtsprechung Werkzeuge entwickelt, mit deren Hilfe festgestellt werden kann, ob und welchem Maße die Fehlinformationen für den Entschluss zum Erwerb oder dem Halten des Wertpapiers kausal geworden ist. Um Anleger wegen der praktisch oft erheblichen Beweisschwierigkeiten nicht massenweise rechtlos zu stellen, arbeitet sie u.a. mit Figuren des „aufklärungsrichtigen Verhaltens“ oder der „Erzeugung einer Anlagestimmung“, ist aber zugleich stets bemüht, die Haftung der Informationsverantwortlichen auf die wirklich Betroffenen einzugrenzen. Dem soll hinsichtlich der Haftung für fehlerhafte Testate der inzwischen in- solventen Wirecard AG nachgegangen werden.

I. Einleitung

Die öffentlich zugänglichen Jahresabschlüsse und Lageberichte der Wirecard AG (im Folgenden nur AG) für die Jahre 2016 bis 2018 wurden von der beauftragten Wirtschaftsprüfergesellschaft (im Folgenden nur WP) mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Nachdem u.a. in der Wirtschaftspresse zunächst ab 2009, dann aber verstärkt 2017 Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei der AG aufkamen1 und die Veröffentlichung des Geschäftsberichts für 2019 mehrmals verschoben wurde, beauftragte die AG eine weitere Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit einer Überprüfung. Diese stellte in einem Bericht2, der am 27.4.2020 veröffentlicht wurde3, zahlreiche Mängel der Prüfungen durch die WP fest4. Die WP selbst hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) darüber erst am 16./17.6.2020 informiert5. Nachdem die AG keinen testierten Geschäftsbericht vorlegen konnte, hat sie als erster DAX-Konzern überhaupt, der zwischenzeitlich einen Börsenwert von mehr als 12 Mrd. € hatte6, am 25.6.2020 Insolvenz angemeldet7. Seitdem wird die WP von Aktionären und Anlegern auf Zahlung von Schadensersatz vor allem aus § 826 BGB in Anspruch genommen. Fraglich ist, ob hinsichtlich der fehlerhaften Testate der WP eine Vermutung aufklärungsrichtigen Verhaltens angenommen werden kann, diese also kausal für die Kaufentscheidung sind oder die Anleger im Einzelnen darlegen und beweisen müssen, dass sie eben auf die Richtigkeit dieser vertraut haben und deshalb die Aktien der AG erworben bzw. gehalten haben. (…)

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