P&R: Stel­lung­nahme zur Pres­se­mit­tei­lung vom 27. April 2018

Zu­nächst hat­ten drei P&R-Gesellschaften In­sol­venz­an­trag ge­stellt. Letzte Wo­che hat nun auch die P&R Transport-​Container GmbH In­sol­venz­an­trag ge­stellt…

Für die bis­he­ri­gen Ver­fah­ren wur­den der Rechts­an­walt Dr. Jaffé und sein Kol­lege Dr. Heinke vom Ge­richt als vor­läu­fige In­sol­venz­ver­wal­ter be­stellt. Dr. Jaffé ist eben­falls in dem Ver­fah­ren über das Ver­mö­gen der P&R Transport-​Container GmbH zum vor­läu­fi­gen In­sol­venz­ver­wal­ter er­nannt wor­den.

Die we­sent­li­che Auf­gabe der vor­läu­fi­gen In­sol­venz­ver­wal­ter im Rah­men des Er­öff­nungs­ver­fah­rens be­steht darin, sich ei­nen Über­blick über die wirt­schaft­li­che Si­tua­tion der Ge­sell­schaf­ten zu ver­schaf­fen, um am Ende in ei­nem Gut­ach­ten dazu Stel­lung zu neh­men, ob das In­sol­venz­ver­fah­ren er­öff­net wer­den soll. Dazu ge­hört ins­be­son­dere auch fest­zu­stel­len, wie viele Con­tai­ner die je­wei­lige in­sol­vente P&R-Gesellschaft der­zeit ver­wal­tet, an wen die Con­tai­ner ver­mie­tet wur­den und wo sie sich ge­rade be­fin­den und na­tür­lich auch, wem sie ei­gen­tums­recht­lich zu­ge­ord­net wer­den kön­nen.

In ei­ner ers­ten ge­mein­sa­men Pres­se­mit­tei­lung ha­ben die vor­läu­fi­gen In­sol­venz­ver­wal­ter nun dar­über in­for­miert, dass die Ei­gen­tums­zu­ord­nung of­fen­sicht­lich Pro­bleme be­rei­tet. Für die ei­gent­li­che Ver­mie­tung und Ver­mark­tung der Con­tai­ner al­ler deut­schen P&R-Gesellschaften ist eine in der Schweiz an­säs­sige P&R-Gesellschaft zu­stän­dig. In der Pres­se­mit­tei­lung heißt es nun, dass die „Da­ten­sys­teme in Deutsch­land und der Schweiz voll­stän­dig von­ein­an­der ge­trennt“ seien. Die Be­stands­auf­nahme werde da­her noch ei­nige Zeit in An­spruch neh­men. An an­de­rer Stelle heißt es aber auch, dass „vor al­lem in den Jah­ren 2016 und 2017 Con­tai­ner ver­äu­ßert wur­den, um die Mie­ten zu zah­len und Rück­käufe zu tä­ti­gen, mit­hin die ho­hen Rück­zah­lun­gen in die­sen Jah­ren an die An­le­ger dar­zu­stel­len“. Beide In­for­ma­tio­nen klin­gen lei­der gar nicht po­si­tiv. Es steht zu be­fürch­ten, dass An­le­ger mög­li­cher­weise gar kein Ei­gen­tum an Con­tai­nern er­wor­ben ha­ben. Sie wä­ren dann im In­sol­venz­ver­fah­ren nicht be­vor­rech­tigt zu be­die­nen, son­dern nur ein­fa­che In­sol­venz­gläu­bi­ger. Für Sie als An­le­ger ist dies also ein ganz we­sent­li­cher Punkt. Wir hal­ten Sie wei­ter auf dem Lau­fen­den, wenn es neue In­for­ma­tio­nen in Sa­chen P&R gibt.

Das Ge­richt wird zeit­nah eine Frist für die For­de­rungs­an­mel­dun­gen be­stim­men. Auch et­waige Aus- oder Ab­son­de­rungs­rechte müs­sen dem In­sol­venz­ver­wal­ter dann mit­ge­teilt wer­den.

Wir emp­feh­len Ih­nen drin­gend, die For­de­rungs­an­mel­dun­gen bzw. die Mit­tei­lung von Aus­und Ab­son­de­rungs­rech­ten nicht selbst vor­zu­neh­men, son­dern da­mit ei­nen Rechts­an­walt zu be­auf­tra­gen, denn nur bei ei­ner ord­nungs­ge­mä­ßen Gel­tend­ma­chung Ih­rer Rechte kön­nen Ihre For­de­run­gen auch be­dient wer­den.

Wir prü­fen der­zeit auch mög­li­che Scha­den­er­satz­an­sprü­che ge­gen Be­tei­ligte. Ge­rade falls die P&R-Anleger – an­ders als bei der Magellan-​Insolvenz vor zwei Jah­ren – nicht ge­si­cher­tes Ei­gen­tum an den Con­tai­nern er­wor­ben ha­ben, son­dern vom In­itia­tor in die­ser Frage über­vor­teilt wor­den sind, wer­den Scha­dens­er­satz­an­sprü­che Be­deu­tung er­lan­gen.

Le­sen Sie dazu auch: P&R-Container: Bei Ver­wen­dung der For­mu­lare der In­sol­venz­ver­wal­ter dro­hen Rechts­ver­luste!
Dr. Wolf­gang Schirp
Rechts­an­walt
(FA f. Bank- u. Ka­pi­tal­markt­recht)

Ju­lia Breier-​Struß
Rechts­an­wäl­tin
(FA f. Bank- u. Ka­pi­tal­markt­recht)

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