P&R: In­sol­venz­ver­wal­ter Dr. Jaffé ver­langt „Ver­gleichs­ver­ein­ba­rung“ und „Hem­mungs­ver­ein­ba­rung“ von den An­le­gern – Zer­ti­fi­kate­inha­ber soll­ten sich weh­ren!

Seit dem heu­ti­gen Mon­tag schreibt P&R-Insolvenzverwalter Dr. Jaffé alle 54.000 An­le­ger an. Die Schrei­ben ber­gen er­heb­li­chen Spreng­stoff. Denn alle An­le­ger sol­len zum ei­nen eine „Hem­mungs­ver­ein­ba­rung“ un­ter­zeich­nen, mit der die Ver­jäh­rung ge­gen­sei­ti­ger An­sprü­che auf­ge­scho­ben wird… Da­bei geht es in­halt­lich vor al­lem um die Rück­for­de­rung von Aus­zah­lun­gen für Mie­ten und Con­tai­ner­rück­käufe, die P&R in den vier Jah­ren vor der In­sol­venz noch ge­leis­tet hat – ein po­ten­ti­ell mehr als 500 Mio. EURO schwe­res Thema, das vie­len An­le­gern zu­sätz­li­chen Scha­den zu­fü­gen kann und das Dr. Jaffé noch ge­richt­lich klä­ren las­sen will. Zum an­de­ren sol­len alle An­le­ger eine „Ver­gleichs­ver­ein­ba­rung“ un­ter­zeich­nen, in der sie auf alle in­di­vi­du­el­len Rechte an Con­tai­nern und auf An­sprü­che ge­gen die Schwei­zer E&F Corp. ver­zich­ten. Was ist von die­sen bei­den Ver­ein­ba­run­gen zu hal­ten? Sol­len An­le­ger un­ter­schrei­ben? Nach Mei­nung von Ex­per­ten ist zu dif­fe­ren­zie­ren:

Rechts­an­wäl­tin Dr. Su­sanne Schmidt-​Morsbach aus der Kanz­lei Schirp & Part­ner, Ber­lin, die mehr als 800 Man­dan­ten, da­von viele Mit­glie­der des Ak­ti­ons­bun­des Ak­ti­ver An­le­ger­schutz e.V., in den P&R-Insolvenzen ver­tritt:
Die Hem­mungs­ver­ein­ba­rung kann je­der An­le­ger – Zer­ti­fi­kate­inha­ber oder nicht – un­be­sorgt un­ter­zeich­nen. Zwar dient diese Hem­mungs­ver­ein­ba­rung, trotz ih­rer vor­der­grün­dig beid­sei­ti­gen Aus­ge­stal­tung, aus­schließ­lich Jaf­fés In­ter­es­sen. Denn nur seine mög­li­chen Rück­for­de­rungs­an­sprü­che nach § 134 InsO sind tat­säch­lich ver­jäh­rungs­be­droht, nur ihm hilft also die Hem­mung. Aber wer diese Hem­mungs­ver­ein­ba­rung nicht un­ter­zeich­net, zieht nur früh­zei­tige recht­li­che Aus­ein­an­der­set­zun­gen auf sein Haupt. Da­mit ist nichts ge­won­nen. Da mit der Hem­mungs­ver­ein­ba­rung keine in­halt­li­che An­er­ken­nung der Rück­for­de­rungs­an­sprü­che ver­bun­den ist, bleibt es uns und un­se­ren Man­dan­ten un­be­nom­men, die An­sprü­che in­halt­lich zu be­kämp­fen, falls Dr. Jaffé diese tat­säch­lich ein­kla­gen will. Die­sen Kampf wer­den wir, wenn er uns auf­ge­zwun­gen wird, ent­schlos­sen füh­ren.

Rechts­an­walt Dr. Wolf­gang Schirp aus der Kanz­lei Schirp & Part­ner er­gänzt:
So­weit es um die Ver­gleichs­ver­ein­ba­rung geht, die Dr. Jaffé eben­falls ein­for­dert, ist zu un­ter­schei­den, ob die An­le­ger für ihre Con­tai­ner ein Eigentums-​Zertifikat ha­ben oder nicht. Wer kein Zer­ti­fi­kat hat, kann den Jaffé-​Weg in vol­lem Um­fang mit­ge­hen und beide Ver­ein­ba­run­gen un­ter­zeich­nen. Die Zer­ti­fi­kate­inha­ber al­ler­dings ha­ben Ver­an­las­sung, die Ver­gleichs­ver­ein­ba­rung nicht zu un­ter­zeich­nen. Denn sie wür­den da­mit ihre Son­der­rechte auf­ge­ben. Der AAA und un­sere Kanz­lei sind be­reit, die­je­ni­gen Zer­ti­fi­kate­inha­ber, die ihre Son­der­rechte ge­mein­sam und kos­ten­scho­nend durch­set­zen wol­len, zu­sam­men­zu­füh­ren und ak­tiv zu un­ter­stüt­zen. Ein Pi­lot­ver­fah­ren in der Schweiz ha­ben wir ge­mein­sam be­reits ein­ge­lei­tet; wei­tere in Deutsch­land wer­den fol­gen. Auch wer sich jetzt noch dem AAA an­schließt, kann von un­se­ren Pi­lot­ver­fah­ren pro­fi­tie­ren.

Für wei­tere Aus­künfte ste­hen zur Ver­fü­gung: Dr. Su­sanne Schmidt-​Morsbach und Dr. Wolf­gang Schirp, beide Part­ner der An­walts­so­zie­tät Schirp & Part­ner Rechts­an­wälte mbB, Leip­zi­ger Platz 9, 10117 Ber­lin, Tel. 030-3276170, Mail schmidt-​morsbach@​ssma.​de und schirp@​schirp.​com, URL www​.schirp​.com

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