Vor­sorge in Ge­fahr! ERGO und GE­NE­RALI wol­len zehn Mil­lio­nen Lebens- und Ren­ten­ver­si­che­rungs­ver­träge an Fi­nanz­in­ves­to­ren verkaufen

Nach­dem die ERGO und GE­NE­RALI das Neu­kun­den­ge­schäft voll­stän­dig ein­ge­stampft ha­ben, ge­hen sie bei den Be­stands­ge­schäf­ten ei­nen Schritt wei­ter: Die ERGO will 6 Mil­lio­nen Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­träge ver­kau­fen, die aus dem Alt­ge­schäft der Hamburg-​Mannheimer und Vic­to­ria stam­men. Die GE­NE­RALI sucht für wei­tere 4 Mil­lio­nen Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­träge ei­nen neuen Be­sit­zer. Un­ter den Kauf­in­ter­es­sen­ten be­fin­den sich chi­ne­si­sche und an­gel­säch­si­sche Fi­nanz­in­ves­to­ren so­wie US-​Hedgefonds. Das Le­bens­ver­si­che­rungs­ge­schäft ist nicht mehr lu­kra­tiv. Sie sit­zen noch auf gro­ßen Alt­be­stän­den, für die sie zum Teil hohe ga­ran­tierte Zin­sen zah­len müs­sen. Das bin­det Ka­pi­tal. Also – den­ken sich die Ver­si­che­rer – raus aus die­ser Verpflichtung.

Er­staun­lich ist, dass die Kun­den da­von zu­nächst nichts mit­be­kom­men. Al­les wird über ihre Köpfe hin­weg ent­schie­den. Geht das denn über­haupt? – Lei­der ja! Mög­lich wird dies durch eine Spe­zi­al­re­ge­lung in § 13 des Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­set­zes (VAG). Auf­grund die­ser Re­ge­lung kön­nen Ver­si­che­rungs­be­stände mit al­len Rech­ten und Pflich­ten auf Dritte über­tra­gen wer­den. Der Kunde wird da­bei nicht ge­fragt, er kriegt ein­fach ei­nen neuen Schuld­ner aufgedrängt. 

Viele Kauf­in­ter­es­sen­ten sind auf dem Ge­biet so­gar New­co­mer. Die große Frage wird blei­ben, ob der neue Ver­trags­part­ner in der Lage ist, mit den Kun­den­gel­dern so zu wirt­schaf­ten, dass auch wei­ter­hin eine an­ge­mes­sene Über­schuss­be­tei­li­gung er­zielt wer­den kann. Wir ha­ben un­sere Zweifel. 

Was also tun, wenn man sich das al­les nicht ge­fal­len las­sen möchte?

Bei Ver­trä­gen, die in der Zeit vom 1. Ja­nuar 1991 bis zum 31. De­zem­ber 2007 ab­ge­schlos­sen wur­den und vom Policen-​Verkauf be­trof­fen sind, ist die Rück­ab­wick­lung durch Er­klä­rung des Rück­tritts bzw. Wi­der­spruchs die ein­zige Mög­lich­keit, ge­winn­brin­gend aus den Ver­trä­gen her­aus­zu­kom­men. Wir ha­ben für un­sere Man­dan­ten be­reits hun­derte Ver­si­che­rungs­ver­träge der GE­NE­RALI und der ERGO auf die Mög­lich­keit der Rück­ab­wick­lung über­prüft. So gut wie alle GENERALI-​Verträge aus die­ser Zeit las­sen sich rück­ab­wi­ckeln. Auch die Ver­träge der ERGO las­sen sich größ­ten­teils rück­ab­wi­ckeln. Ins­be­son­dere die Wi­der­spruchs­be­leh­run­gen aus den Alt­ge­schäf­ten der Hamburg-​Mannheimer sind fehlerhaft. 

Mehr zu dem Thema des Policen-​Verkaufs fin­den Sie im Bei­trag des SWR „Le­bens­ver­si­che­rung als Al­ters­vor­sorge am Ab­grund“ aus der Sen­dung „MARKT­CHECK“ vom 7. No­vem­ber 2017, ab­zu­ru­fen in der SWR Mediathek:

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