BFH zur Li­nea­ri­sie­rung – Steine statt Brot

Ur­teil des BFH zur Li­nea­ri­sie­rung der Schluss­zah­lung bei Me­di­en­fonds mit Defeasance-Struktur:

Am 7. De­zem­ber 2017 ver­han­delte der BFH über die Frage, ob bei ei­nem Me­di­en­fonds mit bank­ga­ran­tier­ter Schluss­zah­lung („Defeasance-​Struktur“) die Schluss­zah­lung über die Lauf­zeit des Fonds ra­tier­lich als ge­winn­er­hö­hend zu ver­tei­len („Li­nea­ri­sie­rung“) oder… – wie die Fonds­kon­zep­tio­nen es vor­sa­hen – erst im Jahr des Zu­flus­ses als Ge­winn zu ver­steu­ern sei. Eine Ent­schei­dung des BFH in die­ser Sa­che wird von den In­itia­to­ren der Fonds wie auch von den An­le­gern mit Span­nung er­war­tet, weil die wirt­schaft­li­chen Aus­wir­kun­gen teil­weise recht er­heb­lich sind. Die feh­lende Ent­schei­dung ver­hin­dert vor al­lem auch die Be­en­di­gung di­ver­ser Fonds, die teil­weise be­reits seit Jah­ren auf­ge­löst wer­den könnten.

Mit dem Da­tum des Ta­ges der münd­li­chen Ver­hand­lung hat der BFH ein Ur­teil ge­spro­chen, das al­ler­dings erst ge­raume Zeit spä­ter ver­öf­fent­licht wurde. Aber lei­der ist mit die­sem Ur­teil die Sa­che nicht ge­klärt. Denn der BFH hat an das Fi­nanz­ge­richt zu­rück­ver­wie­sen. Die we­sent­li­che Be­grün­dung: Das Fi­nanz­ge­richt hat zur Be­ur­tei­lung der Steu­er­fra­gen deut­sche Ge­setze her­an­ge­zo­gen. Der Ver­triebs­ver­trag, der zur Schluss­zah­lung ver­pflich­tete, un­ter­liegt je­doch ka­li­for­ni­schem Recht. Zur Be­ant­wor­tung der strei­ti­gen Be­hand­lung habe das Fi­nanz­ge­richt – ggf. un­ter Ein­ho­lung kom­pe­ten­ter Un­ter­stüt­zung – ka­li­for­ni­sches Recht zu­grunde zu legen.

Es ist da­her da­von aus­zu­ge­hen, dass es wie­derum ge­raume Zeit dau­ern wird, bis das Fi­nanz­ge­richt diese Auf­gabe er­le­digt hat und die Sa­che er­neut ent­schei­dungs­reif ist. Auch ist durch­aus denk­bar, dass selbst nach ei­ner wei­te­ren Ent­schei­dung des Fi­nanz­ge­richts der BFH er­neut an­ge­ru­fen wird.
Nur ei­nes ist et­was kla­rer ge­wor­den: Füh­ren die ka­li­for­ni­schen Ge­setze zu der­sel­ben Be­ur­tei­lung wie die deut­schen Ge­setze, wird das Fi­nanz­amt mit sei­ner Auf­fas­sung, die Schluss­zah­lung sei zu li­nea­ri­sie­ren, durchdringen.
Quelle: Ak­ti­ons­bund

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