POC-​Fonds – Land­ge­richt Ber­lin er­lässt einst­wei­lige Verfügungen

von Rechts­an­wäl­tin Antje Radtke-​Rieger | Auf­grund des An­tra­ges der Kanz­lei Schirp Neu­sel & Part­ner hat das Land­ge­richt Ber­lin zwei einst­wei­lige Ver­fü­gun­gen zu­guns­ten der An­le­ger er­las­sen: In den fol­gen­den Pro­ven Oil Ca­nada Fonds müs­sen die An­le­ger­adres­sen her­aus­ge­ge­ben wer­den. Nur so kön­nen An­le­ger ihre Rechte ef­fek­tiv wahren!

  • POC Eins GmbH & Co. KG
  • POC Zwei GmbH & Co. KG
  • POC Growth GmbH & Co. KG
  • POC Growth 2. GmbH & Co. KG
  • POC Growth 3 Plus GmbH & Co. KG
  • POC Na­tu­ral Gas 1 GmbH Co. KG

Auch das Land­ge­richt Ham­burg hat den Ernst der Lage er­kannt und eine gleich­ar­tige einst­wei­lige Ver­fü­gung zu vier Fonds ge­gen die Treu­hand­kom­man­di­tis­tin erlassen.
Die von uns ver­tre­te­nen An­le­ger, die sich be­reits über den Ak­ti­ons­bund Ak­ti­ver An­le­ger­schutz e.V. (AAA) zu­sam­men­ge­schlos­sen ha­ben, sind je­doch nicht die ein­zi­gen, die sich um Kon­takt zu ih­ren Mit­ge­sell­schaf­tern be­mü­hen. Für die An­le­ger hat dies nun zur Folge, dass sie von ei­ner Reihe von Rechts­an­wäl­ten und In­ter­es­sen­grup­pen an­ge­schrie­ben wer­den. Das mag är­ger­lich sein – noch är­ger­li­cher wäre es je­doch, sein Geld zu ver­lie­ren, weil die Ge­schäfts­füh­rer und Treu­hän­der die­ser Fonds nicht im Sinne der An­le­ger arbeiten.

Auf­grund der aku­ten Si­tua­tion in den POC-​Fonds ist eine Kom­mu­ni­ka­tion un­ter den Ge­sell­schaf­tern drin­gend not­wen­dig. Sie soll­ten da­her die ge­bo­tene Ge­le­gen­heit zum In­for­ma­ti­ons­aus­tausch nutzen.

Zum Hin­ter­grund:

Die Post vom 6. Juli 2015 sorgte bei den An­le­gern der sechs POC-​Fonds POC Eins, POC Zwei, POC Growth, POC Growth 2., POC Growth 3 Plus und POC Na­tu­ral Gas 1 für Auf­re­gung und Ver­un­si­che­rung. Diese sechs POC Fonds sind seit 2013 an der ka­na­di­schen Ca­na­dian Oil and Gas In­ter­na­tio­nal Li­mi­ted Part­nership (COGI) be­tei­ligt. Die deut­sche Fonds­ge­schäfts­füh­rung in­for­mierte über die de­so­late Fi­nan­zie­rungs­si­tua­tion der ka­na­di­schen Ge­sell­schaft COGI und for­derte in al­len sechs Fonds die Aus­schüt­tun­gen 2013 zu­rück. Auf­grund ei­nes Ver­falls der Öl- und Gas­preise hat die fi­nan­zie­rende Bank den Fi­nan­zie­rungs­rah­men neu be­wer­tet und sieht die­sen nun­mehr deut­lich un­ter dem Fi­nan­zie­rungs­wert. Aus die­sem Grund hat die Bank den va­lu­tie­ren­den Kre­dit­be­trag von ca. 49 Mio CAD so­fort fäl­lig ge­stellt und for­dert von der COGI die Rück­zah­lung des Kre­di­tes. Sollte eine Rück­zah­lung des Kre­di­tes nicht er­fol­gen, wird das Ver­mö­gen der ka­na­di­schen COGI zwangs­ver­wer­tet. Da­mit droht un­mit­tel­bar eine Zwangs­ver­wer­tung der In­ves­ti­ti­ons­ob­jekte der deut­schen An­le­ger, also eine Ver­wer­tung der Öl- und Gas­ge­biete, die als Si­cher­heit für den Kre­dit die­nen. Die An­le­ger wur­den wei­ter in­for­miert, dass zur Ab­wen­dung der Zwangs­ver­wer­tung die deut­schen POC-​Fondsgesellschaften der COGI ein – un­be­si­cher­tes – Dar­le­hen ge­wäh­ren, mit dem die COGI den fäl­lig ge­stell­ten Kre­dit zu­rück­zah­len soll.

Ein zwin­gend er­for­der­li­cher Ge­sell­schaf­ter­be­schluss hierzu liegt nicht vor. Eine sol­che Dar­le­hens­ver­gabe ist nach un­se­rer Rechts-​überzeugung nicht vom Ge­sell­schafts­zweck ge­deckt. Dar­über hin­aus be­dür­fen nach den ge­sell­schafts­ver­trag­li­chen Re­ge­lun­gen alle Ver­pflich­tun­gen der Ge­sell­schaft von mehr als 100.000 € ei­nes Ge­sell­schaf­ter­be­schlus­ses. Aus die­sem Grund ha­ben wir auf die Ge­schäfts­füh­rung ein­ge­wirkt, eine Ge­sell­schaf­ter­ver­samm­lung ein­zu­be­ru­fen und ei­nen Ge­sell­schaf­ter­be­schluss zur Frage der Aus­gabe ei­nes Dar­le­hens zur Fi­nan­zie­rung der Kre­dit­rück­zah­lung durch die COGI zu erwirken.

Um die­ses Dar­le­hen über­haupt auf­brin­gen zu kön­nen, for­dert die Ge­schäfts­füh­rung die ver­meint­lich nicht ge­neh­migte Aus­schüt­tung 2013 zu­rück. Spä­tes­tens hier soll­ten die An­le­ger hell­hö­rig wer­den. Denn nach den Re­ge­lun­gen im Ge­sell­schafts­ver­trag be­steht eine Rück­zah­lungs­ver­pflich­tung nur für durch die Gesellschafter-​versammlung „nicht ge­neh­migte“ Aus­schüt­tun­gen. Eine sol­che Ab­stim­mung fand je­doch noch gar nicht statt und steht noch aus.

Die Ge­schäfts­füh­rung hat dem Druck der von uns er­wirk­ten einst­wei­li­gen Ver­fü­gun­gen und un­se­rem Drän­gen nach au­ßer­or­dent­li­chen Ge­sell­schaf­ter­ver­samm­lun­gen in den sechs POC-​Fonds nach­ge­ge­ben und nun­mehr die Kon­takt­auf­nahme un­ter den Ge­sell­schaf­tern er­mög­licht und zu au­ßer­or­dent­li­chen Gesell-​schafterversammlungen für den 1., 2. und 3. Sep­tem­ber 2015 ein­ge­la­den. An die­sen Ver­samm­lun­gen soll­ten alle Ge­sell­schaf­ter ak­tiv teil­neh­men oder sich durch ei­nen Be­voll­mäch­tig­ten ver­tre­ten las­sen. Wir wer­den auf je­der der Ver­samm­lun­gen An­le­ger, die nicht per­sön­lich teil­neh­men kön­nen, in Voll­macht ver­tre­ten. Gerne ver­tre­ten wir auch Ihre Stimmrechte.

Die Ar­beit un­se­rer Kanz­lei wird von An­le­ger­seite un­ter­stützt durch den ex­ter­ner Link Ak­ti­ons­bund Ak­ti­ver An­le­ger­schutz e.V. (AAA). Die­ser über­nimmt die Ver­tre­tung auf den au­ßer­or­dent­li­chen Gesellschafter-​versammlungen kos­ten­frei, auch wenn Sie kein Mit­glied des AAA sind. So­fern Sie die­ses An­ge­bot an­neh­men wol­len, sen­den Sie bitte das Ih­nen mit der Ein­la­dung von POC zu­ge­sandte Ant­wort­schrei­ben (An­lage 1) per Fax an 030-315 193 420, per E-​Mail an service@​aktionsbund.​de oder auf dem Post­weg an Ak­ti­ons­bund Ak­ti­ver An­le­ger­schutz e.V., Heer­straße 2, 14052 Berlin.

Für wei­ter­ge­hende In­for­ma­tio­nen neh­men Sie Kon­takt mit Rechts­an­wäl­tin Antje Radtke-​Rieger auf.

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